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Der Schweizer Fahrlehrervergleich

Zweiphasenausbildung, WAB und Führerausweis auf Probe

Wer nach dem 1. Dezember 2005 einen Lernfahrausweis beantragt, erhält den Führerausweis nach bestandener Prüfung (Phase 1) für drei Jahre auf Probe. Während dieser Probezeit müssen zwei ganztägige Weiterausbildungskurse (Phase 2) besucht werden. Die folgenden Informationen wurden vom Schweizer Fahrlehrervergleich für Sie zusammengestellt.

Wo kann ich Weiterausbildungskurse besuchen?

Mit der Zweiphasenausbildung wird die Grundausbildung von Neulenkerinnen und Neulenkern (Fahrschule) fortgesetzt. Dabei sollen erste praktische Erfahrungen als Lenkerin oder Lenker eines Motorfahrzeuges verarbeitet und das eigene Verhalten im Strassenverkehr überprüft werden. Dies geschieht im Rahmen von zwei je 8 Stunden dauernden Weiterausbildungskursen. Der erste Kurstag soll innerhalb von sechs Monaten nach dem Bestehen der Führerprüfung besucht werden, der zweite Kurstag nach dem ersten, spätestens drei Jahre nach der Führerprüfung. Folgende Kursinhalte stehen im Vordergrund:

Gefährliche Verkehrssituationen bereits vor deren Entstehung erkennen und vermeiden lernen.

2. Kurstag:

Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten schärfen, Verkehrssinn optimieren, umweltschonendes und partnerschaftliches Fahren.

Kursbescheinigung

Die Weiterausbildungskurse werden von privaten Kursveranstaltern angeboten. Der Besuch der Kurse ist für Neulenkerinnen und Neulenker, die nach dem 1. Dezember 2005 einen Lernfahrausweis beantragen, obligatorisch. Die Kurskosten bezahlen die Teilnehmenden (ca. 600-800 Franken für beide Kurstage). Nach dem Besuch der Kurse erhalten diese vom Kursveranstalter eine Bescheinigung. Diese wird benötigt, um den unbefristeten Führerausweis zu erhalten.

Was macht man am ersten Kurstag?

Anhand von Unfallbeispielen werden deren verschiedene Ursachen, aber auch die straf- und massnahmerechtlichen, finanziellen und sozialen Folgen thematisiert.

Zudem erkennen und erleben Sie auf einem für den übrigen Strassenverkehr nicht zugänglichen Platz, warum Sie nicht in gefährliche Verkehrssituationen geraten sollen und wie Sie diese vermeiden können (Art. 27c Abs. 1 Bst. a VZV).

Was macht man am zweiten Kurstag?

Am zweiten Kurstag absolvieren Sie eine sog. Feedbackfahrt. Die jeweils mitfahrenden andern Kursteilnehmenden geben Rückmeldungen zu Ihrem Fahrstil. Dadurch sollen Differenzen zwischen der Selbst- und der Fremdeinschätzung aufgezeigt und anschliessend ausgeräumt werden.

Ergänzend vertiefen Sie die Kenntnisse über eine umweltschonende und partnerschaftliche Fahrweise, die Sie in der ersten Ausbildungsphase erworben haben (Art. 27c Abs. 1 Bst. b VZV).

Die beiden Kurstage müssen nicht bei demselben Kursveranstalter besucht werden.

Muss ich die Kurse mit dem PW oder dem Motorrad besuchen?

Die Kurse sind auf die Kategorien A oder B ausgerichtet, um eine möglichst effiziente Durchführung zu ermöglichen. Die Teilnehmergruppen bestehen daher entweder ausschliesslich aus PW- Fahrenden oder aus Töff-Fahrenden. Wenn Sie aber den Führerausweis auf Probe der Kategorien A und B besitzen, können Sie wählen, ob Sie die Kurse mit einem Motorrad der Kategorie A oder einem PW besuchen wollen (Art. 27a Abs. 2 VZV).

Muss ich die Kurse mit dem eigenen Fahrzeug besuchen?

Die Kurse sollen grundsätzlich mit dem eigenen Fahrzeug besucht werden. Wenn Ihnen privat kein Fahrzeug zur Verfügung steht, kann Ihnen Ihr Kursveranstalter aber auch ein Kursfahrzeug zur Verfügung stellen (Art. 27a Abs. 4 VZV).

Was kostet die Weiterausbildung?

Sie müssen mit Kosten im Gegenwert von ca. 8 Lektionen bei einem Fahrlehrer oder einer Fahrlehrerin rechnen (ca. 600 - 800 CHF). Wenn dadurch ein kleinerer Blechschaden verhindert werden kann (ein verbeulter Kotflügel kostet rasch soviel), hat sich die Investition bereits gelohnt.

Was muss ich tun, um einen unbefristeten Führerausweis zu erhalten?

Sie müssen die vorgeschriebene Weiterausbildung besuchen und dürfen keine Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften begehen, die zu einer Annullierung der Fahrberechtigung führen (Art. 24b Abs. 1 VZV).

Ausserdem müssen Sie bei dem an Ihrem Wohnort zuständigen Strassenverkehrsamt frühestens einen Monat vor dem Ablaufdatum des Führerausweises auf Probe ein Gesuch um die Erteilung eines unbefristeten Führerausweises einreichen. Das Gesuchsformular erhalten Sie vom Kursveranstalter (Anhang 4a VZV).

Müssen Personen, die beim Umtausch eines ausländischen Führerausweises den schweizerischen Führerausweis auf Probe erhalten, die Weiterausbildungskurse ebenfalls besuchen?

Ja, wer einen Führerausweis auf Probe erhält, muss gemäss Art. 27a-27g VZV die Weiterausbildungskurse besuchen. Noch offen ist, ob allenfalls im Ausland absolvierte Weiterbildungskurse anerkannt werden.

Welche Anforderungen müssen Anbieter von Weiterausbildungskursen erfüllen?

Anbieter von Weiterausbildungskursen benötigen eine Bewilligung ihres Sitzkantons. Dazu müssen verschiedene Bedingungen erfüllt werden, zum Beispiel:
- Mindestanforderungen an die Infrastruktur (Unterrichtsplatz und -lokal, Sicherheit etc.)
- Zahl der Moderatoren
- Versicherungen
- Qualitätssicherungssystem
Die Einzelheiten sind in der Verkehrszulassungsverordnung (Art. 27 e und f) sowie in den Weisungen (Anhang 1) festgelegt. Die QS-Kommission hat zudem die Anforderungen an Anlagen für Fahrerlebnisse im Detail definiert. Diese Grundlagen können beim Sekretariat des Verkehrssicherheitsrates angefordert werden.

Bewilligung für Kursveranstalter

Der Verkehrssicherheitsrat überprüft im Auftrag der Kantone die Einhaltung dieser Bedingungen und beaufsichtigt die Durchführung der Weiterausbildungskurse. Kursveranstalter richten ihre Gesuche an den Verkehrssicherheitsrat. Nach einer Vorprüfung der Unterlagen (insbesondere Pläne des Unterrichtsplatzes) erfolgt eine Prüfung vor Ort durch ein Beurteilungsteam. Werden alle Bedingungen erfüllt, beantragt der Verkehrssicherheitsrat dem Sitzkanton, eine Bewilligung zu erteilen.

Qualitätssicherung für Kursveranstalter

Damit eine gleich bleibend hohe Qualität der Weiterausbildungskurse gewährleistet wird, benötigen die Kursveranstalter ein Qualitätssicherungssystem. Ein spezifisches System ist nicht vorgeschrieben, festgelegt jedoch sind die zu erreichenden Ziele bezüglich Administration, Infrastruktur, Kursdurchführung, Moderation und Lernerfolg. Für Kursveranstalter, die selber ein QS-System entwickeln, steht ein Raster zur Verfügung.

Wie werde ich Moderatorin bzw. Moderator von Weiterausbildungskursen? Zulassungsbedingungen für die WAB-Moderatoren Ausbildung?

Wer Moderatorin oder Moderator für Weiterausbildungskurse (WAB) werden möchte, muss verschiedene Zulassungsbedingungen erfüllen und einen sozialpädagogischen Eignungstest absolvieren. Zur Ausbildung zugelassen wird, wer
- das 25. Altersjahr vollendet hat;
- einen Ausweis als Fahrlehrer, Verkehrsexperte, Verkehrsinstruktor besitzt oder eine gleichwertige Ausbildung nachweisen kann;
- drei Jahre entsprechende Berufserfahrung hat;
- Gewähr für eine einwandfreie Berufsausübung bietet.
Im Anschluss an die Ausbildung müssen als Voraussetzung für das Erlangen des Kompetenzausweises eine schriftliche und eine praktische Prüfung bestanden werden